Kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas erwarten, dann spricht man davon, dass es so sicher sei wie das Amen in der Kirche. Eine Floskel, die landläufig als „so sei es“ oder „es geschehe“ übersetzt wird, auch wenn die eigentliche Bedeutung wesentlich komplexer ist. Und so wie das Spiel des FCN auch wesentlich komplexer ist als es achtzehn Spiele in Folge ohne Niederlage vermuten lassen, so kann man sich einer Sache sicher sein. In der letzten halben Stunde geschieht es immer wieder: Der FCN schießt einTor. In Frankfurt zum dreißigsten, einunddreißigsten und zweiunddreißigsten Mal.

Der Spiel bis zu jenen drei Toren, die den Sieg gegen den FSV Frankfurt bedeuteten war, wie so oft in den letzten Wochen, durchaus zäh und offensiv auch nicht immer zielgerichtet. In vielen Phasen des Spiels wählte die Mannschaft den langen hohen Ball als Mittel des Spielaufbaus. Der FSV konnte damit gut umgehen, die Abwehr um Ex-Cluberer Florian Ballas war kaum gefordert, hielt den Ball gekonnt vom eigenen Tor weg. Dennoch hätte der Club auch schon vor der 60. Minute führen müssen, da Niclas Füllkrug ein reguläres Tor erzielt hatte, dessen Anerkennung wegen Abseits verweigert wurde, obwohl kein Abseits vorlag.

Kurz nach der Pause hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können, wenn der einzige Fehler der Club-Abwehr – ein Ausrutscher von Georg Margreitter – nicht durch eine Großtat von Patrick Rakovsky ausgebügelt worden wäre. Der Keeper lenkte einen Schuss von Awoniyi, dem auffälligsten Frankfurter, an die Latte, der anschließende Kopfball ging vorbei und es blieb beim 0:0. Ob der Club von dieser Chance oder von der Pausenansprache wachgerüttelt wurde, bleibt abschließend nicht zu klären, jedenfalls sah das Spiel nach vorne nun wesentlich besser und strukturierter aus.

Dies lag zum einen daran, dass der FCN den Spielaufbau nun viel flacher anlegte und auf hohe Bälle verzichtete. Zum anderen aber auch daran, dass er dadurch, dass Burgstaller oft auf den Flügel auswich die linke Angriffsseite gezielt überlud, um die rechte Defensivseite der Frankfurter vor Probleme zu stellen. Ein gezieltes Mittel, das auch gewählt wurde, weil Perdedaj und Kruska in der Zentrale dem Club wenig Raum gaben. Die Folge der Überladung waren einige Standards, die aus Fouls an den Clubspielern oder vom FSV abgewehrten Bällen entstanden. Es war dann auch eine jener Standardsituationen, eine Ecke von Leibold, die zum 1:0 führte.

Auch wenn dieses 1:0 in seiner Entstehung verwirrend war, so dürfte es nach menschlichem Ermessen dennoch korrekt gefallen sein. Weder war Füllkrug mit dem Arm am Ball, noch der im Abseits stehende Burgstaller mit dem Kopf. Ein regulärer Treffer, dem der FSV Frankfurt dann wenig entgegenzusetzen hatte. Zwar wurde der Club nach dem Tor wieder etwas passiver, die Gastgeber waren aber offensiv – trotz der Hereinnahme des zweiten Ex-Nürnbergers Besar Halimi – nicht in der Lage den Club unter Druck zu setzen.

Stattdessen setzte der FCN in Person von Danny Blum mit zwei späten Treffern, Nummer 18 und 19 in der Schlussviertelstunde, den Deckel auf das Spiel und kam zum sechsten Sieg in Folge. Ein Sieg, der nach den erneuten Ausrutschern der Verfolger zementiert hat, dass der FCN bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen wird. Ob dies im direkten Verfahren geschieht oder über den Umweg Relegation passieren wird, wird wohl bis in die letzten Wochen völlig offen bleiben. Zu konstant sind alle drei Kontrahenten an der Ligaspitze. Es wird spannend und das ist so sicher wie das Clubtor nach der 60. Minute.