Der Aufreger kam zum Schluss. Ein nicht gegebenes Tor, das dem FCN nur minimal wehtut, das aber massiv in den Abstiegskampf der Zweiten Liga eingreift. Die Fernsehbilder lassen den Schluss zu, dass Dave Bulthuis vor seinem Abschluss in Torjägermanier nicht im Abschluss stand. Der Schiedsrichter gab nach Studium dieser Bilder sogar zu, dass es reguläres Tor war. Ein zu großes Lamentieren in Richtung der Entscheidung sollte sich allerdings verbieten. Schließlich hatte der insgesamt schwache Schiedsrichter erst kurz zuvor den Löwen einen klaren Elfmeter verweigert. Darüber hinaus hatte der FCN das Spiel bis zur Pause fest in der Hand, nur um es dann herzugeben.

Fußball, der bei schönem Wetter gespielt wird, genießt einen schlechten Ruf. Einen Schönwetterfußballer möchte niemand in seinen Reihen haben und unter Sommerfußball versteht man müdes Gekicke, bei dem es um nichts mehr geht. Nach dem 3:1-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig geht es nun für den FCN auch rechnerisch um nichts mehr – außer einer möglichst guten Platzierung. Der Klassenerhalt ist auch mathematisch geschafft und der Rivale aus dem Westen kann tabellarisch auch nicht mehr vorbeiziehen. Dass dies alles bei bestem Wetter und völlig ohne Sommerfußball geschah, machte den Nachmittag umso gelungener. 

 Relevanz hatte das Spiel nur für den Gegner. Jene Aussage wird den FCN auch die restlichen drei Spiele der Saison 2014/15 verfolgen, ehe die Saison auch tatsächlich ad acta gelegt werden kann. Zum Auftakt der „Irrelevance Tour“ gastierte der FCN beim Tabellenführer aus Ingolstadt, der bei einem Sieg so gut wie aufgestiegen gewesen wäre. Dies verhinderten Javier Pinolas wilde drei Minuten, in denen er erst die Gastgeber per Eigentor in Führung brachte, ehe er den Ausgleich von Danny Blum mit Präzisionsflanke vorbereitete. Der Torschütze war an diesem Montagabend auch derjenige, der die meiste Hoffnung für die nächste Saison verbreitete.

 Nach sieben Spielen und 61 Tagen gewinnt der FCN wieder ein Spiel. Grund zur Freude? Sicherlich. Der FCN kann nun die Saison sportlich gefahrlos zu Ende bringen und kann sich voll und ganz auf die zahlreichen sonstigen Baustellen konzentrieren, die im Verein vorhanden sind. Das Spiel selbst lässt sich schnell ad acta legen. Es war ein Kackspiel, entschieden durch ein Kacktor. Aber immerhin war es diesmal ein Kacktor für den FCN. 

“Wiederholung gefällt nicht” – Was die alten Römer damit genau meinten, können sie leider nicht mehr sagen. Sie sind ja schließlich schon Jahrhunderte tot. Gefühlte Jahrhunderte ist auch das letzte Spiel des FCN her, das nicht nach dem Muster „Irgendwie besser, aber nicht gewonnen“ ablief. Es war die siebte Wiederholung und sie gefiel den Club-Fans mit Sicherheit nicht. Doch allein am Schicksal, das Trainer René Weiler am Ende verfluchte, lag es nicht, dass der FCN auch im siebten Spiel in Folge wieder einmal sieglos blieb. Repetitio non delectat.