Es ist eine altbekannte Weisheit, dass Teams mit langen Serien ohne Niederlage nach der ersten Niederlage in den folgenden Spielen oftmals Probleme bekommen. Die Anspannung und der Schwung, die Serie am Leben zu erhalten, weichen, es wird schwer dieselbe Konzentration zu finden und schon tut man sich in den nächsten Spielen schwer. Der FCN trat im Karlsruher Wildpark den Beweis dieser These an und verlor gegen den KSC trotz guter Ausgangsposition nicht unverdient mit 2:1.

Die gute Ausgangslage hatte der FCN sich schnell erspielt, bereits in der dritten Minute brachte Kerk per Freistoß den Club in Führung. Doch so wie das gesamte Spiel insgesamt an die längst vergessenen Tage der Anfangsphase der Saison erinnerte, so erinnerte auch der Spielverlauf an jene Zeit. Da, wo man in Bochum und Berlin trotz Führung Punkte liegen gelassen hatte. Der FCN gewann nämlich aus dem frühen Treffer keine Sicherheit, sondern tat sich insgesamt schwer. Dabei war die erste Halbzeit noch die bessere von zwei Hälften. In ihr gewann der Club fast 60% der Zweikämpfe, stand defensiv solide und ließ wenig zu.

Wäre Füllkrug mit seiner Großchance kurz vor dem Ausgleich nicht an Vollath gescheitert, wahrscheinlich hätte der FCN das Spiel gewonnen. So aber kamen die Gastgeber einige Minuten vor der Pause durch Mefferts Sonntagsschuss zum Ausgleich. Es war der Anfang einer Reihe von ungeschickten Aktionen im Abwehrverbund des FCN. Hier konnte die Defensive den Ball nach einem Freistoß nicht klären und grätschte dann den Ball Meffert auch noch vor die Füße. Nach der Pause gab es dann eine Reihe von anderen Missgeschicken, inklusive Querschlägern und nicht getroffenen Bällen.

Es war auch insgesamt jene Zweite Halbzeit, in der sich der FCN das Endergebnis letztlich „verdiente“. Man gab die Dominanz in der Zentrale auf, der KSC kam immer wieder mit einfachen Pässen durch die Abwehr und selbst brachte man nach vorne fast gar nichts mehr zustande. Auch die Wechsel auf Stieber und Möhwald veränderten in dieser Hinsicht nichts. Mit fortschreitender Spieldauer wurde der KSC immer gefährlicher und kam dann auch zum verdienten Treffer, auch wenn dieser unter tätiger Mithilfe der Club-Defensive fiel.

Diese – nach einem Konter eh schon ungeordnet – stritt sich lieber mit dem Schiedsrichtergespann darüber, ob der Einwurf nicht doch für den FCN gepfiffen hätte werden müssen. Der KSC nahm diese Ablenkung dankend an und kam so durch Torres zum 2:1, das mit konsequentem Anlaufen, Herauslaufen oder Hochspringen durchaus hätte verhindert werden können. Nachdem dies aber keiner beim FCN tat, fiel das Tor und der Club kam nicht mehr zum Ausgleich, obwohl Zoltan Stieber noch die Chance dazu hatte.

Es war, wie erwähnt, eine verdiente Niederlage, gerade weil nicht nur die Defensive Aussetzer hatte, sondern auch die Offensive wenig zustande brachte. Dies lag zum einen wahrscheinlich an einer gewissen mentalen Leere nach den Wochen des Spannung Haltens. Zum anderen lag es aber auch an der taktischen Umstellung von René Weiler. Der Schweizer hatte die Formation von 4-4-2 auf 4-4-1-1 gestellt und damit Füllkrug als einzigen Stürmer in der Spitze gestrandet. Der über links kommende Burgstaller verzettelte sich oft in Dribblings auf der Außenbahn und konnte Füllkrug nie entscheidend in Szene setzen. Da Kerk, der hinter der Spitze agierte, die leichte Blessur aus der Woche auch anzumerken war, fehlte das kreative Element, das diese Grundformation ausmacht, ebenso.

Für den FCN heißt es jetzt die verbleibenden vier Spiele so zu bestreiten, dass er nicht mehr ins Straucheln in Sachen Relegationsrang kommt, auch wenn sieben Punkte bei noch ausstehenden vier Spielen ein ausreichendes Polster sein dürften. Die Chance auf den direkten Aufstieg zu gehen, hat man nach diesem Wochenende wohl endgültig vertan, einen weiteren Ausrutscher wird sich keiner der beiden Führenden in der Zweiten Liga wahrscheinlich nicht leisten.